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Die Wortspiele der Krimiautoren

Jacques Berndorf und Ralf Kramp unterhielten rund 150 Gäste in der Haco-Galerie

Was man alles aus den beiden Worten „dichter” und Nebel” machen kann. Dichter Nebel steht für eine Wand aus Wassertröpfchen, die jede Sicht versperrt. Dichter Nebel ist auch ein ziemlich einfach gestrickter Mensch aus einem kleinen Dorf in der Eifel. Dichter Nebel in der Kneipe sagt aber auch aus, dass der Dichter Nebel ziemlich betrunken ist. Der Krimiautor Ralf Kramp spielt mit Worten. Und das zur Freude der Zuhörer.

Ralf Kramp und Jacques Berndorf sind am Samstagabend im Haco-Einkaufszentrum in Wadern zu Gast. Die Galerie des Kaufhauses, durch die um 18.15 Uhr noch die die letzten Kunden eilig ihre Einkaufswagen geschoben haben, hat sich gut eine Stunde später in eine Kulturstätte verwandelt. „Eifeler Blut und deftige Hausmannskost—Eifelkrimi-Abend” lautet das Motto zur Eröffnung der Waderner Buchwoche.

Dass Mord und Totschlag so viel Spaß machen, dass man herzlich lachen kann, das beweist Ralf Kramp mit seinen Kurzgeschichten, mit seinem schwarzen Humor und überraschenden Wendungen. Dabei liest er nicht nur, er verleiht seinen Figuren Leben, redet wie die alte Oma oder der betrunkene Dichter.

Jacques Berndorfs tiefere, rauchige Stimme bildet da einen guten Kontrast. Auch Berndorf startet mit einer Kurzgeschichte über einen Tresorknacker und einem lustigen Ende. Und liest dann Passagen aus seinem Krimi „Mond über der Eifel”.

Da plaudert ein Amulett- Hersteller offen darüber, wie er seine Kundschaft ausnimmt. Da will der Verein der Freunde des Mondes eine Mordserie aufgeklärt haben. Da erlaubt der Autor auch einen Blick in das Seelenleben von Ermittlern. Berndorf: „Der Ermittler, der zerbricht, ist ziemlich häufig.”

Mit rund 150 Besuchern ist der Eifelkrimi-Abend ausverkauft. Rote Tischdecken, Kerzenschein, warmes Licht und die gewölbte Glasfassade, die Galerie des Einkaufszentrums ist wie geschaffen für solche Veranstaltungen. Die Gäste erhalten neben den Lesehäppchen auch Hausmannskost. Denn zwischen den einzelnen Vorträgen gibt es einen deftigen Wirsing-Möhren-Eintopf, genannt Pitter und Jupp, und als Dessert Obstsalat, Sahne-Creme und Aachener Schokoladen- Printen.

Die Printen als dezenter Hinweis auf Weihnachten? Könnte man meinen. Denn die Bücher der beiden Autoren am Stand der Bücherhütte werden reichlich nachgefragt. Berndorf und Kramp versehen diese gerne mit Widmungen. Dass die Bücher aber als Weihnachtsgeschenke gedacht sind, ist eine Mär. Dafür hat dieser Krimiabend zu viel Lesehunger gemacht.

Artikel verfaßt von Volker Fuchs. Abdruck mit freundlicher Genehmigung der Saarbrücker Zeitung.